Dan Bannino
 
  • Einführung

  • Vita

  • Interviews

Einleitung

„Alles, was du siehst, verdanke ich Spaghetti“, sagte die legendäre Schauspielerin Sophia Loren einmal. Der italienische Fotograf Dan Bannino hat aus solchen Aussagen wahre Kunstwerke erschaffen. Bannino schaut sich die kuriosen Essgewohnheiten von Berühmtheiten an und inszeniert daraus kunstvolle Stillleben.
Seine aufwändig komponierten Fotografien erinnern an Gemälde der alten Meister und wirken wie Szenerien aus vergangenen Jahrhunderten. Zugleich weisen sie auf die sonderbare Faszination für Superstars und ihr eigensinniges Essverhalten hin. So sieht der Esstisch von Kate Moss ganz anders aus als jener von Sophia Loren: In ihrer “Hollywood Diet” konsumiert das britische Topmodel vornehmlich Cocktails und Zigaretten.
Dan Bannino offenbart mit Still Diets nicht nur Einblicke in das mondäne Leben der Berühmtheiten, sondern zeigt auch das öffentliche Interesse daran. Es wird deutlich, dass die Ernährungsroutinen der Stars beinahe im Allgemeinwissen verankert sind.
Durch seine altmeisterliche Bildsprache weitet Bannino das Phänomen auf mehrere Jahrhunderte aus. Seine Stillleben rufen Assoziationen an reichlich gedeckte Tische von Königen und Adeligen hervor – mit rotem Wein, üppigen Fruchtarrangements und goldenen Brotlaiben. Der Betrachter war eben schon immer fasziniert vom Essen der Schönen und Reichen. Dan Bannino selbst sagt: „Ich wollte deutlich machen, dass sich diese Kuriosität auch seit dem 15. Jahrhundert nicht verändert hat.“
Vita


Dan Bannino wurde 1988 in Italien geboren. Nachdem er einige Jahre in London als angestellter Fotograf tätig war, hat er sich im Jahre 2014 selbstständig gemacht. Banninos Werke haben schnell internationale Aufmerksamkeit erlangt und waren in Zeitschriften wie National Geographic, The Times, Harper’s Bazaar oder Elle zu sehen. Er lebt und arbeitet in Turin.



Interview

Dan Bannino, wie sind Sie eigentlich zur Fotografie gekommen?

Ich komme aus einer Familie von Fotografen. Schon in meiner Kindheit hatte mein Vater seine eigene Dunkelkammer im Haus. Meine Mutter arbeitete damals in einem Fotostudio und entwickelte Filme, und auch mein Onkel war professioneller Fotograf.
Vor sechs Jahren bin ich dann nach London gezogen, um mich hauptberuflich der Fotografie zu widmen. Nach einigen beiläufigen Aufträgen habe ich dort als Produktfotograf für ein Forschungsinstitut gearbeitet und überwiegend Lebensmittel fotografiert. So entwickelte sich dann auch meine Faszination für das Food-Thema.

Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Die Gemälde der alten Meister sind meine größte Inspiration, insbesondere die Arbeiten von Caravaggio. Natürlich spielt auch meine italienische Herkunft eine Rolle: Hier hat sich unsere italienische Kunstgeschichte mit der pop- und neonfarbenen Fernsehwelt aus meiner Kindheit vermischt.
Dazu kommen natürlich Eindrücke aus dem Internetzeitalter. Zusätzlich verbringe ich sehr viel Zeit in Ausstellungen. Die Inspiration für das nächste Werk könnte ja schon hinter der nächsten Ecke auf mich warten.

Was sollen Ihre Werke dem Betrachter erzählen?

Meine Fülle von dekorativen Elementen bezieht sich – wie in der Kunst des 15. Jahrhunderts – auf die Vergänglichkeit des Lebens. Ich möchte die Menschen dazu bringen, kurz innezuhalten und sich die Tischgedecke genauer anzusehen. Und dann der Überraschungsmoment, wenn sie die Geschichte und den Prominenten hinter meinen Werken entdecken.



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