Die Favoriten unserer LUMAS Kuratoren

Der Kunstmarkt ist groß und hält für jeden etwas bereit. Dabei fällt die Wahl nicht immer auf das gleiche Werk. So verschieden wie die Menschen so sind auch deren Stile. Selbst unsere erfahrenen Kuratoren von LUMAS haben ihre ganz persönlichen Vorlieben.


Heike Dander

Heike Dander

Heike Dander begann ihre kuratorische Laufbahn als Leiterin des internationalen Atelierprogramms des Künstlerhauses Bethanien in Berlin. Es folgten verschiedene internationale Ausstellungsprojekte. Seit über 10 Jahren ist sie nun als Executive Curator bei LUMAS für die Inhalte des Portfolios verantwortlich.

Werner Herzog und Klaus Kinski – eine Liaison terrible! Kreativ und unverwechselbar, hier in Fitzcarraldo. Diese Edition ist etwas ganz Besonderes, denn die ausgewählten Motive stammen direkt vom Filmnegativ.

Die Arbeiten der Künstlerin Miki Takahashi sind voll emotionaler Tiefe und großer ästhetischer Sensitivität. Die Projektion der Stadt auf den Gesichtern wird zum Träger von Gedanken, Gefühlen und Assoziationen. Die Stadt, die ihre Bewohner prägt und inspiriert.

In der Serie „Publicly Private“ wirken die Werke von Christopher Woodcock wie raffinierte Fotomontagen, so beeindruckend komponiert sind sie. Doch der geschickte Einsatz einer Großbildkamera lassen Vorder- und Hintergrund verschwimmen.

Vergleichend dazu erscheinen die Gebäude von Geebird & Bamby, als entstammten sie einer Parallelwelt. Dabei ist die Liste der Vorbilder lang: Alfred Hitchcock, Wim Wenders, Stephen Shore. Das Konzept der beiden ist ein aufregendes Spiel zwischen Andeuten, Erkennen und Idealisieren.

Die Werke von Eduard Erlikh und Edward B. Gordon entführen uns in das Reich des Ausdrucks und der Geste. Licht als Inspirationsmoment. Porträts in Reinform.

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Dina Kouznetsova

Dina Kouznetsova

Für Dina Kouznetsova muss Kunst nicht immer auf einen Überraschungsmoment setzen: Viel wichtiger ist es der Kuratorin richtungsweisende Werke für das LUMAS Portfolio zu finden, die lange Zeit faszinieren. Der Kontakt mit Künstlern, Archiven, Galerien und Auktionshäusern gehört zu ihrem Tagesgeschäft, um das LUMAS Portfolio mit den großen Namen etablierter Künstler aber auch aufregenden Neuentdeckungen zu bereichern.

„Die Fotoarbeiten von Kris Scholz sind für mich ein ästhetischer Genuss. Mit wenigen Mitteln fängt er die Schönheit der Natürlichkeit ein und kreiert durch Reduktion eine Bildsprache mit Wiedererkennungswert. Seine schlichten Blumenarrangements bestechen durch ihre künstlerische Perfektion. Die Strahlkraft der Farben, die klare Lichtführung und die ungeheure Plastizität sorgen dafür, dass Amaryllis 2 eine reflektorische Wirkung ausübt und mit der Umgebung spielt. Wer solch eine Fotografie einmal an der Wand sieht, wird regelrecht in ihren Bann gezogen.

A.R. Penck ist das bekannteste Pseudonym von Ralf Winkler, der in der deutschen Kunstgeschichte kaum weg zu denken ist. So spannend wie sein Lebenslauf sind auch seine Arbeiten. Die geheimnisvolle, reduzierte Bildsprache – die an Höhlenmalerei erinnert – in Kombination mit den kraftvollen Elementarfarben machen den besonderen Reiz von Es Kippt aus. Sowohl das Motiv als auch die Technik des Siebdrucks räumen dem Bild eine Sonderstellung mit Seltenheitswert in unserem Portfolio ein.

Blue Girl übt eine geradezu hypnotisierende Wirkung aus. Durch den intensiven Blick der Protagonistin entsteht ein starker Dialogcharakter, dem man sich nur schwerlich entziehen kann. Die leuchtende Farbigkeit kontrastiert mit der betörenden Schlichtheit der Komposition. Das eigentlich in der Fashionfotografie tätige Künstlerpaar Andrey Yakovlev & Lili Aleeva schafft es auf höchst künstlerische Weise Modeaufnahmen mit berühmten Zitaten der Kunstgeschichte zu speisen. Man fühlt sich geradezu in die Blaue Periode Picassos zurückversetzt.

Die Wortschöpfung Archisculpture, mit der Beomsik Won seine Arbeiten beschreibt, könnte nicht besser gewählt sein. Auf den ersten Blick meint man, es handle sich um schwarzweiße Architekturfotografien. Tatsächlich hat der südkoreanische Künstler verschiedene Bauwerke zu unterschiedlichen Zeiten abgelichtet und daraus digitale De- und Rekonstruktionen komponiert, die mit unseren Sehgewohnheit brechen. Er spielt mit dem Raum-Zeit-Gefühl, eröffnet neue Perspektiven und stellt Bezüge zur Fotomontage des frühen 20. Jahrhunderts her. Dass man seine Werke erst auf den zweiten Blick richtig versteht, macht sie für mich so interessant.“

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Dr. Jan Seewald

Dr. Jan Seewald

Seit mehr als sieben Jahren verantwortet Dr. Jan Seewald die internationale Kommunikation von LUMAS und pflegt als Director Public Relations Kontakte zu Journalisten weltweit. Zuvor war er an renommierten Adressen wie dem Haus der Kunst oder der Sammlung Goetz in München u.a. als Kurator tätig.


Als ich vor ein paar Jahren für LUMAS mehrere Monate beruflich in New York war, hielt ich mich oft in der Nähe des Times Squares auf. Abgesehen von gelegentlichen Theaterbesuchen habe ich jedoch versucht diesen Ort weitgehend zu meiden. Die Reizüberflutung dort ist schier unerträglich: zu laut, zu viele Menschen, grelles Licht. An einem Winterabend jedoch – es schneite heftig – zog es mich genau an diese Stelle am Times Square, an der Jacrot seine Fotografie „Man on Broadway“ aufgenommen hatte. Für mich damals ein magisches Erlebnis, an das mich dieses Werk immer wieder erinnert: Die Straßen waren fast menschenleer, der Lärm wurde von weißen Flocken eingehüllt und die grellen Neonschriften schimmerten plötzlich sanft und unaufgeregt.

Am Times Square befand sich zu dieser Zeit noch das legendäre Condé Nast Gebäude. Mittlerweile residiert der Verlag in Lower Manhattan im neu errichteten One World Trade Center. 2012 verbrachte ich am alten Standort viele Stunden im Archiv der Zeitschrift VOGUE und hatte Gelegenheit, Bildmaterial aus einer Fülle von Shootings zu sichten. Darunter waren viele Werke, die wir sukzessive für die VOGUE und Condé Nast Collection zusammenstellten. George Hoyningen-Huenes klassische Fotografie “Bathers I” ist einer meiner absoluten Favoriten dieser Sammlung: ein wunderbares Beispiel für eine minimalistische und gleichzeitig wirkungsvolle Inszenierung, die über die Jahre nichts an Faszination eingebüßt hat. Kein geringerer als Horst P. Horst stand hier zusammen mit einem weiblichen Model vor der Kamera. Die Illusion ist perfekt: die Badenden spüren die Sonne auf der Haut und ihr Blick schweift auf ein endloses Meer. Ein perfekter Tag an der Côte d’Azur? Ganz und gar nicht! Denn tatsächlich ist die Horizontlinie die Balustrade des VOGUE-Fotostudios in Paris, wo das Bild entstanden ist. Aber selbst für Betrachter, denen diese Hintergründe bekannt sind, dürfte die Faszination Bestand haben, denn das Werk zeigt, mit welch einfachen Mitteln Hoyningen-Huene Meisterwerke der Fotografie schuf. Ein weiteres Werk stammt von Cecil Beaton, der in den 1930er Jahren insbesondere für die Magazine VOGUE und Harper’s BAZAAR tätig war, aber auch als Haus- und Hoffotograf der britischen Königsfamilie in die Geschichte einging. 1948 setzte er spektakuläre Roben des Designers Charles James in Szene. Das Bild war 2014 das Highlight einer großen Charles James Retrospektive im Metropolitan Museum of Art!

Ich bin ein bekennender Serienjunkie: „Breaking Bad“, „The Good Wife“, „House of Cards“ und „Suits“ gehören zu meinen Favoriten und haben, auch für mich persönlich, „binge-watching“-Potential. Als ich erfuhr, dass der Kanadier Patrick J. Adams aka Mike Ross aus der Serie „Suits“ nicht nur ein faszinierender Schauspieler, sondern auch ein talentierter Fotograf ist, wurde ich neugierig. Es entstand eine Edition, die wir 2015 zum Opening unserer neuen Galerie in Toronto vorstellten. Mein persönliches Highlight der Reihe ist das faszinierende Selbstportrait „Tired“, in dem Adams gleich neun dicke Autoreifen in die Luft wirft. Patricks Werke (u.a. auch sein „Just say no“) sind auch Bestandteil der Serie „Suits“. Dort findet man sie in sehr kreativer Hängung im Office von Mikes Freundin Rachel Zane wieder.

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Christine Schellenberger

Christine Schellenberger

Christine Schellenberger war drei Jahre lang Teil des kuratorischen Teams bei LUMAS. Nun entwickelt sie im Rahmen des LUMAS Corporate Art Service individuell zugeschnittene Kunstkonzepte für unsere Firmenkunden. Dabei geht es um mehr als nur Dekoration. Ihr ist es wichtig, mit Kunstwerken einzigartige Atmosphären zu schaffen, die inspirieren. Auch bei ihren persönlichen Favoriten übertragen sich die unterschiedlichen Stimmungen wirkungsvoll auf Raum und Betrachter.

„Mit strengen grafischen Formen bricht Mauren Brodbeck alltägliche Architekturansichten auf und schafft etwas völlig Neues. Die monochromen Flächen wirken beinahe skulptural in der grauen Stadtlandschaft – ein spannungsgeladener Kontrast, dessen Wirkung mich an meiner Wand zu Hause stets aufs Neue begeistert!

Jens Hausmann verbindet die klaren, offenen Strukturen modernistischer Architektur mit filigraner Malerei in ruhigen Pastelltönen – eine zeitlos-elegante Ästhetik ganz nach meinem Geschmack. Zu seinen Sujets vom südamerikanischen Kontinent habe ich eine ganz besondere Beziehung, denn sie lassen mich in Reiseerinnerungen schwelgen.

André Monet versteht es mit seinen großformatigen Collagen die Popikonen unserer Zeit auf eine ganz außergewöhnliche Art und Weise darzustellen. Monet reinterpretiert fotografische Vorlagen von Cate Blanchett, David Bowie oder Rihanna und verleiht diesen eine dramatische Ausdruckskraft. Fragmente aus Text und Landkarten stehen immer im direkten Zusammenhang mit dem dargestellten Künslter. Eindrucksvoll gesetzte knallige Farbakzente unterstützen diese einzigartige Intensität seiner Werke!

Dieses eindringliche Portrait der Stummfilmdiva Gloria Swanson gehört zweifelsohne zu den Klassikern der Fotografiegeschichte. Eingefangen wurde die Filmikone durch die Linse keines Geringeren als Edward Steichen. Auch nach fast einem Jahrhundert hat diese Aufnahme nicht an Charisma und Strahlkraft verloren – eines meiner absoluten Lieblingsportraits!“

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